2015
Platzgestaltung Hittisau
Hittisau | Österreich

Bauaufgabe: Wettbewerb

Der Platz erhält durch das durchgehende Material wieder seine historische Großzügigkeit. Der Platz negiert und integriert den Straßenraum bis zu seiner Unkenntlichkeit und öffnet sich als „Shared Space“ der Allgemeinheit. Er läuft von Hauskante zu Hauskante. Faltungen – als Schnitte bezeichenbare Eingriffe - strukturieren die frei bespielbare Platzfläche. Analogien zu der umgebenden Tektonik, Plateaugrenzen in der Landschaft und Verweise auf diese sind gewollt. Lokale Eigenheiten aus Geologie und Flora, von Kulturverständnis und Zusammenleben mit der Natur finden sich in der Platzgestaltung implizit und explizit. Die neue Dorfmitte von Hittisau wird zum Zentrum des kulturellen Zusammenlebens der Bewohner.

Schnitte und Verwerfungen:

Die Schnitte sind sowohl technisch, formal und funktional betonte Ränder, die sich durch Erhöhungen abzeichnen. Unmerklich leiten die Schnitte den Verkehr über den Platz. Sie bilden geschützte Inseln, Struktur für Entwässerungen und Sitzgelegenheiten. Nachts sind die Schlitze stimmungsvoll beleuchtet. Die Schnitte strukturieren den Platz für die verschiedenen Nutzungen - die Großzügigkeit der Gesamtfläche bleibt jedoch erhalten.

Potentiale:

Nicht Regulierungen sondern Deregulierungen bestimmen die Binnenräume. Die Potentiale zur Teilhabe am Platzgeschehen werden durch die Gestaltung unterstützt. Dem Beobachter, dem Passanten, dem Autofahrer und Parker, der Ansammlung von Menschen, dem Kirchgänger, dem Touristen und Gasthausgeher bieten sich unterschiedliche Teilflächen. Die Konfrontation zwischen verweilenden Passanten und Akteuren am Platz, zwischen den parkenden Autos und dem fließenden Verkehr wird eingefordert und durch frei von Objekten gehaltene Blickachsen unterstützt. Räumliche Barrieren und Hierarchien werden vermieden. Das Verweilen, Flanieren und Konsumieren passiert an den Rändern auf Terrassen, Bänken und anderen, zum Sitzen sich anbietenden Teilen der Platzgestaltung.