Generalsanierung Haus Simma Egg 2011: gesamte Hülle mit Stroh gedämmt, kontrollierte Be- und Entlüftung, Niedrigenergie-Standard

Das Projekt versucht, eine Antwort auf die Frage nach dem Umgang der Bauten aus den 60er Jahren zu finden - es wurde versucht, möglichst viel der ursprünglichen Bausubstanz zu erhalten und gleichzeitig den Wohnkomfort auf den heutigen Stand zu bringen. Besonderer Wert wurde dabei auf eine ökologische Sanierung gelegt. Ergänzende Bauteile wurden aus regionalem Holz gefertigt. Anschließend wurden alle Bauteile mit einer Strohdämmung versehen.

Preise: Holzbaupreis 2011, Das beste Haus 2013, Constructive Alps 2013

Veröffentlichungen:
2015 ECOLOGIK: Haus Simma
2014 100 Österreichische Häuser
2014 BOIS et réhabilitation de l'enveloppe
2014 Reisemagazin Bregenzerwald Winter 2014-15
2013 HOCHPARTERRE - Constructive Alps
2013 WOHNZEIT - Das beste Haus in Vorarlberg
2012 LEGNOARCHITETTURA 09 (Italien) Haus Simma
2012 HAEUSER 4/12 - Lichtgestalter mit Heimatstolz
2012 DETAIL - Zukunft mit Herkunft
2012 VORARLBERG-Metamorphose eines Dornröschens
2011 LEBEN&WOHNEN -Ein Haus wie eine Landschaft
2011 METAMORPHOSE - Bestandsaufnahme
2011 BAUMEISTER Porträt - Architektur als Heimat

Einbettung in die Umgebung:
Bisher ist das Haus das einzige, dessen Dachausrichtung quer zu den Giebeln der umliegenden Häuser steht. Das Dach wird um ein halbes Geschoss angehoben und im Zuge des Umbaus in die Richtung der umliegenden Bebauung gedreht. Dadurch kommt die Traufkante, die niedriger wird als die jetzige Firstkante, zur Straßenseite hin liegen, wodurch sich das Haus wesentlich besser in den Weiler einfügt.

Baukörper:
Besonderes Augenmerk wird auch auf die thermische Sanierung gelegt: Vor- und Rücksprünge werden begradigt, die überstehenden Dachränder werden gekappt. Auf diese Weise entsteht ein kompakter Baukörper, der komplett gedämmt und auf Niedrigenergiestandard gebracht wird. Als neue Außenhaut erhält das Haus eine ortstypische Schalung aus Schindeln.

Da das Haus bisher schon eine Mauerstärke von 36,5 cm aufweist, die durch die ökologische Dämmung mit notwendiger Konstruktion um ca. 45 cm dicker wird, sind die Laibungen der Fenster im Außenbereich konisch zulaufend. Somit wird möglichst viel Licht bei gleichbleibend guter Wärmedämmung eingefangen.

Innenorganisation:
Der Entwurf sieht eine grundsätzliche Neuorganisation des Erdgeschosses vor: zugunsten eines offeneren Raumkontinuums werden Funktionsbereiche getauscht und neu zugeordnet, sodass die zuvor stark zergliederte Struktur beruhigt wird und der Eindruck von Großzügigkeit entsteht. Als besonders problematisch wurde die lichte Höhe von nur 2,30 m von den Bauherren empfunden. Der Umbau reagiert darauf mit der Anhebung der Decke im Bereich des Wohnzimmers um 80 cm und schafft so einen hellen, großzügigen Raum, der sich nach Süden zur Terrasse und zur Landschaft hin öffnet. Im Obergeschoss entsteht Platz für drei Zimmer mit Lehmputz. Dazwischen organisiert sich auf verschiedenen Höhen eine Wohnlandschaft mit verschiedenen Nutzungsbereichen.